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Abteilung für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie

Ihre Fragen und Antworten zur Regionalanästhesie

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen und Antworten zur Untersuchung und Behandlung in der Klinik für Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Fragen, fehlende Antworten oder Inhalte, die Sie vermisst haben via E-Mail mitteilen.

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit.

Ihr Dr. Andreas Kirchmann



Spinalanästhesie

Eingriffe unterhalb des Bauchnabels (Unterbauch, Beckenbereich, Beine) können schmerzfrei durch Betäubung der vom Operationsgebiet zum Rückmark fahrenden Nerven durchgeführt werden. Dazu wird ein Lokalanästhetikum in den mit Nervenflüssigkeit gefüllten Raum der Lendenwirbelsäule eingespritzt (Liquorraum). Die Spinalanästhesie wird im Sitzen oder in Seitenlage des Patienten durchgeführt. Nach Desinfektion der Haut und örtlicher Betäubung führt der Anästhesist eine dünne Nadel in Ihren Rücken ein (in einen Zwischenwirbelraum der unteren Lendenwirbelsäule). Nach Erreichen des Nervenflüssigkeitsraumes wird eine geringe Menge Lokalanästhetikum eingespritzt. Sie verspüren ein Wärmegefühl in den Beinen und können diese schon bald nicht mehr oder nur noch eingeschränkt bewegen. Diese Wirkungen halten ungefähr 3-4 Stunden an.

Risiken der Spinalanästhesie

Kopfschmerzen treten sehr selten auf. Sie können es im Extremfall erfordern, dass Sie mehrere Tage im Bett bleiben müssen. Eine ebenfalls seltene vorübergehende Blasenentleerungsstörung kann das Einlegen eines Blasenkatheters notwendig machen. Kreislaufreaktionen (z. B. Blutdruckabfall, Verlangsamung des Herzschlages) lassen sich meist recht schnell beheben. Schwere Zwischenfälle, z. B. Herzkreislauf- bzw. Atemstillstand, sind äusserst selten. Sie können durch Unverträglichkeitsreaktionen auf die verwendeten Medikamente ausgelöst werden. Bleibende Lähmungen (im Extremfall Querschnittslähmung) als Folge von Blutergüssen, Entzündungen oder direkten Nervenverletzungen sind ebenfalls extrem selten. Das gleiche gilt für Verschlechterungen des Seh- oder Hörvermögens und eine Hirnhautentzündung.

Periduralanästhesie (PDA)
Eingriffe unterhalb der Schlüsselbeine (Oberkörper, Bauch, Becken, Unterleib, Beine) können schmerzfrei durch Betäubung der vom Operationsgebiet zum Rückenmark fahrenden Nerven durchgeführt werden. Dazu wird das Betäubungsmittel in Ihrem Rücken an einer bestimmten Stelle der Wirbelsäule in die Nähe der schmerzleitenden Nervengespritzt.

Zunächst wird mit einer Hohlnadel der Raum über der harten Rückenmarkshaut (Periduralraum) aufgesucht. Dies ist normalerweise nicht schmerzhaft, da die Einstichstelle vorher betäubt wird. Über diese Hohlnadel wird dann ein
sehr dünner, flexibler Kunststoffschlauch
(Periduralkatheter) in den Periduralraum eingeführt. Danach wird die Hohlnadel wieder entfernt. Über den Periduralkatheter wird dann das Lokalanästhetikum eingespritzt. Das Betäubungsmittel wirkt nach etwa 15 Minuten. Der betäubte Bereich wird warm und gefühlslos; die Beine fühlen sich schwer an und lassen sich möglicherweise mehrere Stunden nur eingeschränkt bewegen.
Für längerdauernde Eingriffe und/oder eine anschliessende Schmerzbehandlung können mittels einer Schmerzpumpe über den Periduralkatheter wiederholt bzw. fortlaufend schmerzlindernde Medikamente gegeben werden.

Kombination von Peridural- und Allgemeinanästhesie
Für einige zumeist grössere Operationen kann die Kombination von Peridural- und
Allgemeinanästhesie sinnvoll sein. Die Allgemeinanästhesie erspart Ihnen dann vor allem das bewusste Erleben der relativ langen Operation und ermöglicht eine künstliche Beatmung. Die Periduralanästhesie dient der Schmerzausschaltung während, vor allem aber nach der Operation.
Durch ständiges Einspritzen des Lokalanästhetikums benötigen Sie wesentlich weniger stark wirksame Schmerzmittel (Opioide), so dass weniger Nebenwirkungen, wie Müdigkeit, Übelkeit etc., auftreten.
Mit der Kombination von Peridural- und Allgemeinanästhesie sind Sie nach der Operation schneller wach und verspüren weniger Schmerzen als nach alleiniger Allgemeinanästhesie. Da das Lokalanästhetikum kontinuierlich in nur geringen Mengen zugeführt wird, bleibt die Muskelkraft der Beine normalerweise voll erhalten. Sie somit schmerzfrei mit dem Pflegepersonal aus Ihrem Bett aussteigen und durch das Zimmer gehen.

Risiken der Kombination von Peridural- und Allgemeinanästhesie
Eine vorübergehende Blasenentleerungsstörung kann das Einlegen eines Blasenkatheters notwendig machen.
Werden Opioide (morphinähnliche starke Schmerzmittel) gegeben, kommt es vereinzelt zu Juckreiz und Übelkeit.
Kreislaufreaktionen (z. B. Blutdruckabfall, Verlangsamung des Herzschlages) lassen sich meist sehr schnell beheben.
Stärkere Kopfschmerzen können bei ca. 0,5 Prozent der Patienten auftreten. Sie können es erforderlich machen, dass Sie mehrere Tage im Bett liegen müssen.
Schwere Zwischenfälle, z. B. Herzkreislauf- bzw. Atemstillstand, sind äusserst selten. Sie können durch Unverträglichkeitsreaktionen auf die verwendeten Medikamente oder versehentliche Einspritzung des Lokalanästhetikums in ein Blutgefäss ausgelöst werden. Bleibende Lähmungen (im Extremfall Querschnittslähmung) als Folge von Blutergüssen, Entzündungen oder direkten Nervenverletzungen sind ebenfalls extrem selten. Das gleiche gilt für Verschlechterungen des Seh- oder Hörvermögens und eine Hirnhautentzündung.

Plexusanästhesie

Für Operationen an Schulter, Arm oder der Hand kommt als regionales Anästhesie-Verfahren die so genannte Armplexusanästhesie in Frage. Ihr Anästhesist schaltet nur das Schmerzempfinden in Ihrem
Arm oder Ihrer Schulter aus. Das Nervengeflecht, das die Schulter bzw. den Arm versorgt, wird durch Einspritzen eines Lokalanästhetikums vorübergehend betäubt. Sie bleiben bei Bewusstsein, verspüren hingegen aber keinen Schmerz. Falls Sie sich durch die Atmosphäre im Operationssaal gestört fühlen und lieber schlafen möchten, ist dies mit einer zusätzlichen so genannten Sedierung möglich. Dafür gibt Ihnen der Anästhesist ein Schlafmittel in die Infusion, das Sie in einen Dämmerschlaf versetzt, der jederzeit wieder unterbrochen werden kann.
Bei Eingriffen an Hand, Unterarm oder Ellenbeuge wird das örtliche Betäubungsmittel in der Regel in die Achselhöhle oder unmittelbar unter bzw. über unter das Schlüsselbein eingespritzt. Bei Eingriffen an Schulter oder Oberarm wird das Lokalanästhetikum meist unter oder über das Schlüsselbein bzw. am Hals eingespritzt.
Um das entsprechende Nervengeflecht zu finden, verwendet Ihr Anästhesist einen Nervenstimulator. Er wird mit der Injektionsnadel verbunden und sendet schwache elektrische Impulse aus. Diese Impulse stimulieren die zu betäubenden Nerven und lösen so unwillkürliche Muskelzuckungen aus, die die richtige Lage der Injektionsnadel
anzeigen.
Das örtliche Betäubungsmittel wirkt nach etwa 15-20 Minuten: der betäubte Arm wird warm und gefühllos, der Arm lässt sich mehrere Stunden nicht oder nur eingeschränkt bewegen. Für länger dauernde Eingriffe und/oder eine anschliessende Schmerzbehandlung können über einen dünnen Schlauch (Katheter) wiederholt bzw. fortlaufend schmerzlindernde Medikamente in den Arm gegeben werden.

Mögliche Risiken der Plexusanästhesie
Ebenso wie bei der Allgemeinanästhesie sind schwere Zwischenfälle, z.B. Herz-Kreislauf- bzw. Atemstillstand, äusserst selten. Sie können durch Unverträglichkeitsreaktionen auf die verwendeten Medikamente oder versehentliches Einspritzen des Lokalanästhetikums in ein Blutgefäss ausgelöst werden.
Bleibende Nervenschäden, z.B. Lähmungen, als Folge von Blutergüssen oder Nervenverletzungen sind ebenfalls sehr selten. Blutergüsse bilden sich in aller Regel schnell von selbst zurück.
Wird das Betäubungsmittel für den Eingriff an Oberarm oder Schulter über dem Schlüsselbein in den Hals gespitzt, kann es vorübergehend zu folgenden Beschwerden kommen:
Wärmegefühl im Gesicht
Hängen eines Augenlides
Leicht erschwerte Atmung
Heiserkeit

Häufige Fragen von Patienten zur Regionalanästhesie

Reicht die Betäubung für die Zeit der Operation aus?
Ja, normalerweise reicht die Regionalanästhesie für die Zeit der Operation aus. Wird eine längere Operationsdauer erwartet, so kann ein Verweilkatheter plaziert werden, über den bei Bedarf jederzeit nachgespritzt werden kann.




Falls die Operation unerwartet länger dauert und die Betäubung nicht ausreicht, habe ich dann Schmerzen?
Nein, Sie müssen keine Schmerzen haben. Sollte die Betäubung abklingen, so können Sie zusätzlich über Infusion Schmerzmittel erhalten. Auch der Übergang zur Allgemeinanästhesie ist jederzeit möglich.

Bin ich während der Operation wach?
Wenn Sie dies wünschen, können Sie die Operation schmerzfrei und wach erleben. Viele Patienten möchten jedoch lieber etwas schlafen, wir können Ihnen dann ein Schlafmittel in die Infusion geben. Zur Entspannung können Sie Ihre Lieblingsmusik über Kopfhörer genießen.

Kann ich bei der Operation zuschauen?
Bei jeder Operation muss das Eindringen von Bakterien und anderen schädlichen Mikroorganismen in die Wunde mit allen Mitteln verhindert werden. Die Haut wird daher vorher sorgfältig desinfiziert, das Operationsfeld nach allen Seiten mit keimfreien Tüchern abgedeckt. In der Regel können Sie daher nicht bei der Operation zuschauen. Ausnahmen bilden u. U. Gelenkspiegelungen (Arthroskopie), bei denen Sie die Operation auf einem Fernsehbildschirm verfolgen können.

Wie schnell wirkt die Regionalanästhesie?
Die Wirkung der Lokalanästhetika setzt innerhalb weniger Minuten ein, es kann aber manchmal länger dauern, bis die Anästhesie ihre volle Ausprägung erreicht hat.

Kann ein bleibender Schaden durch die Regionalanästhesie entstehen?
Alle für die Regionalanästhesie verwendeten Materialien und Medikamente wurden speziell im Hinblick darauf entwickelt, das Risiko einer Nervenschädigung möglichst auszuschließen. Bleibende Schäden sind daher heute extrem selten.

Regionalanästhesie in der Geburtshilfe

Im Bereich der Geburtshilfe bieten wir alle modernen Formen der rückenmarknahen Schmerztherapie an. Eine anästhesiologische Versorgung im Gebärsaal während 24
Stunden ist dabei gewährleistet.
Zur Geburtserleichterung wenden wir in erster Linie die
Periduralanästhesie (PDA) mit Katheter an. Bei dieser Methode wird die Schmerzleitung, die über Nervenbahnen von der Gebärmutter und den
Geburtswegen zum Rückenmark verläuft, durch medikamentöse Blockade der Schmerzfasern im Bereich der Lendenwirbelsäule unterdrückt.
Durch eine Kombination aus Medikamenten zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhetika) und Schmerzmedikamenten (Opioiden) kann so eine wirksame und nebenwirkungsarme Schmerztherapie erzielt werden.

Zur Kaiserschnittentbindung (Sectio), bei der neben Schmerzfreiheit auch eine Muskelerschlaffungdes Bauchraumes erwünscht ist, wenden wir ebenfalls bevorzugt rückenmarknahe Techniken wie die PDA oder Spinalanästhesie an. Selbstverständlich führen wir zur Sectio bei bestimmten Indikationen
oder auf Ihren Wunsch auch Vollnarkosen durch, wenngleich Untersuchungen deutliche Vorteile der Regionalanästhesie gegenüber der Allgemeinanästhesie für Mutter und Kind gezeigt haben.





Dr. Andreas Kirchmann
Chefarzt der Abteilung
Stellvertretender Ärztlicher Direktor
der imland Klinik Eckernförde


 

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Dr. Wolfgang Urbach
Leitender Arzt

 

Antje Erdmann
Sekretariat

Tel 04351 882-438
Fax 04351 882-577
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